Kann Cannabis bei Schlafstörungen helfen?

Viele Menschen kämpfen jede Nacht damit, wirklich erholsam zu schlafen. Die gute Nachricht: Es gibt neue, natürliche Ansätze, die den Schlaf unterstützen – und medizinisches Cannabis zählt mittlerweile zu den vielversprechendsten Optionen. Erfahre, wie THC und CBD auf den Schlaf wirken und was die Wissenschaft dazu sagt.
Cannabis auf Rezept

Exkurs: Warum Schlaf so wichtig ist

Schlaf ist weit mehr als eine Ruhepause – er hält zentrale Körper- und Gehirnfunktionen im Gleichgewicht.
  • Gehirnregeneration und Informationsverarbeitung: Während der Nacht sortiert und speichert das Gehirn neue Eindrücke, stellt Verbindungen zwischen Nervenzellen her und baut Stoffwechselabfälle ab, die sich tagsüber ansammeln. Dadurch bleiben Konzentration, Gedächtnis und emotionale Stabilität erhalten.
  • Stressregulation: Der Schlaf dämpft die Aktivität der HPA-Achse – dem Hauptsystem unserer Stressreaktion. Fällt diese nächtliche Erholung aus, bleibt der Körper in einem überaktiven Stressmodus, was langfristig Unruhe, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit verstärken kann.
  • Stärkung des Immunsystems: Im Schlaf schaltet das Immunsystem in einen aktiveren Modus. Abwehrzellen werden vermehrt gebildet, und entzündliche Prozesse können reguliert werden. Schlechter Schlaf schwächt diese Schutzmechanismen deutlich.
  • Stoffwechsel und Hormone: Viele Hormone – darunter Melatonin, Wachstumshormone und Stoffwechselregulatoren – werden hauptsächlich nachts gesteuert. Zu wenig Schlaf bringt dieses fein abgestimmte System durcheinander und kann Appetit, Energieniveau und Glukosestoffwechsel beeinträchtigen.
Wenn diese Prozesse regelmäßig gestört sind, können daraus schnell spürbare gesundheitliche Belastungen entstehen – von Konzentrationsschwäche bis hin zu chronischen Erkrankungen.
Patient werden
Körperliche Folgen von Schlafstörungen
  • Erhöhte Cortisolspiegel (Stresshormon)
  • Schwächung des Immunsystems
  • Höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Stoffwechselstörungen (z. B. Insulinresistenz)
  • Verstärkung chronischer Schmerzen
Mentale & emotionale Begleiterscheinungen
  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • Reizbarkeit, Nervosität, emotionale Instabilität
  • Höheres Risiko für Angststörungen & Depressionen
  • Überforderung im Alltag
Mögliche Folgen auf Alltag & Sicherheit
  • Müdigkeit am Tag
  • Leistungsabfall in Job & Studium
  • Erhöhtes Unfallrisiko, besonders im Straßenverkehr

So wirkt Cannabis bei Schlafstörungen

Medizinisches Cannabis wirkt nicht wie ein klassisches Schlafmittel, das direkt müde macht. Stattdessen moduliert es das ECS (endocannabinoide System). Dieses biologische Netzwerk - bestehend aus Rezeptoren, Enzymen und körpereigenen Signalstoffen (Endocannabinoiden) - steuert zentrale Funktionen wie Schlaf, Stimmung, Stressreaktionen, Schmerzverarbeitung und den Tag-Nacht-Rhythmus. [1].
Für die Behandlung von Schlafproblemen sind vor allem die Cannabinoide THC und CBD entscheidend.
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THC

THC wirkt als partieller CB1-Agonist und kann sowohl die Einschlaflatenz verkürzen als auch nächtliche Wachphasen verringern, was subjektiv zu einem ruhigeren und stabileren Schlaf beitragen kann. Die Effekte sind jedoch dosis- und personenbezogen unterschiedlich. Bei längerer oder regelmäßiger Anwendung kann sich eine Toleranz entwickeln, wodurch die schlaffördernde Wirkung nachlässt.

Nach dem Absetzen sind zudem vorübergehende Rebound-Effekte wie unruhigerer Schlaf möglich, und einige Personen reagieren empfindlich mit verstärkter Anspannung oder Angst. [2]
CBD

CBD

CBD wirkt nicht berauschend, sondern eher indirekt, indem es Faktoren wie Angst, Stress und körperliche Anspannung reduziert, die häufig hinter Schlafproblemen stehen.

Die Substanz wirkt weniger sedierend, zeigt jedoch anxiolytische Effekte, unter anderem durch die Modulation von Serotonin-5HT1A-Rezeptoren, die Hemmung der Stressantwort und eine mögliche Stabilisierung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Niedrige bis mittlere CBD-Dosen verbessern die Schlafqualität ganz ohne einen typischen „Rausch“ hervorzurufen [3].
schlaf

Der Wirkmechanismus

Beide Substanzen ähneln den körpereigenen Endocannabinoiden und können sich deshalb an die gleichen Rezeptoren binden. Dadurch beeinflussen sie Mechanismen, die den Schlaf unterstützen: z. B. die Regulation des Nervensystems, die Stressverarbeitung und die nächtliche Entspannungsfähigkeit.

Fazit

Wenn das ECS aus dem Gleichgewicht gerät – etwa durch chronischen Stress, Schmerzen oder Depressionen – kann auch der Schlaf-Wach-Rhythmus gestört werden. Cannabinoide können helfen, diese Balance teilweise wiederherzustellen, indem sie:
  • das Nervensystem beruhigen
  • die Einschlaflatenz verkürzen
  • nächtliches Grübeln reduzieren
  • Schmerzen oder Unruhe lindern
  • den natürlichen Schlafrhythmus stabilisieren
Für viele Patient:innen entsteht dadurch kein „Knock-out-Effekt“, sondern eher eine physiologischere Form der Müdigkeit und eine bessere Schlafkontinuität.

Cannabis bei Schlafstörungen – die aktuelle Studienlage

Zur Wirkung von Cannabis bei Schlafstörungen gibt es zwar eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Arbeiten, doch nur wenige erfüllen die hohen Anforderungen kontrollierter klinischer Studien. Ein Großteil der bisherigen Erkenntnisse stammt aus kleinen Pilotstudien, Beobachtungsdaten oder Forschung zu einzelnen Cannabinoiden wie THC und CBD.

Studie 1: THC verbessert die subjektive Schlafqualität

Eine Studie untersuchte über 1.300 Nutzungsberichte und zeigte, dass Cannabisprodukte die subjektive Schlafqualität deutlich verbessern können.
  • Besonders Produkte mit höherem THC-Gehalt wurden von Menschen mit starken Schlafproblemen als hilfreich empfunden.
  • Auch CBD trug positiv bei, vor allem durch die Reduktion von Angst und Stress, die häufig Schlafstörungen verstärken.
Beachte: Die Ergebnisse basieren auf Selbstberichten, liefern aber Hinweise darauf, dass natürliche Cannabinoide den Schlaf unterstützen können, ohne dass synthetische Präparate nötig sind [7].

Studie 2: CBD verbessert Schlaf bei Angstpatienten

Shannon et al. (2019) führten eine prospektive Beobachtungsstudie mit 72 Patienten durch, die unter Angstzuständen und/oder Schlafproblemen litten.
  • Die Teilnehmer erhielten täglich 25–75 mg CBD.
  • Nach einem Monat berichteten 66 % der Patienten von einer Verbesserung ihrer Schlafqualität, während gleichzeitig bei 79 % der Patienten die Angstwerte sanken.
  • CBD wurde gut vertragen, Nebenwirkungen traten kaum auf.
Beachte: Da die Studie keine Kontrollgruppe beinhaltete und auf subjektiven Angaben beruhte, sollten die Ergebnisse als erste Hinweise verstanden werden [4].

Studie 3: Cannabis im Zusammenhang mit der Schlafqualität

Eine Analyse von sechs klinischen Studien mit mehr als 1.000 Teilnehmern ergab, dass Cannabisprodukte die subjektive Schlafqualität häufiger verbesserten als ein Placebo, insbesondere bei Personen mit stärkeren Schlafproblemen. Dabei spielte der Anteil an THC in den Präparaten eine entscheidende Rolle [4].
In einer anderen Untersuchung aus dem Jahr 2023 berichteten die Teilnehmer, dass sich ihr Schlaf deutlich besser anfühlte – teilweise um bis zu 80 % – und sie sich am Morgen ausgeruhter und leistungsfähiger fühlten [3].

Studie 4: Wie die Kombination von THC und CBD die Einschlafzeit verkürzen kann

Eine Übersichtsarbeit zeigt, dass die Kombination von THC und CBD die Zeit bis zum Einschlafen verkürzen kann. Durch eine gezielte Dosierung von Cannabis besteht hier ein potenzieller Vorteil gegenüber herkömmlichen Schlafmitteln, da die Wirkung individuell angepasst werden kann. [7]
Wichtig
  • Wichtig

  • Bei Schlafstörungen solltest du zuerst zugrundeliegende Ursachen abklären (Schlafhygiene, Depression/Angst, Schmerzen, Schlafapnoe). Cannabis sollte nur nach ärztlicher Beratung erwogen werden.

Risiken und Grenzen von Cannabis bei Schlafstörungen

Wenn Cannabis zur Unterstützung des Schlafs verwendet wird, können neben möglichen Vorteilen auch verschiedene unerwünschte Effekte auftreten, die man kennen sollte:
  • Gewöhnungseffekt (Toleranz): Bei regelmäßigem THC-Konsum kann sich der Körper an die Wirkung gewöhnen. Mit der Zeit braucht man möglicherweise höhere Dosen, um denselben schlaffördernden Effekt zu erzielen.
  • Schlechterer Schlaf nach abruptem Absetzen: Wird THC-haltiges Cannabis plötzlich abgesetzt, kann es vorübergehend zu verstärkten Schlafproblemen kommen. Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Entzugssymptomen und können einige Tage bis wenige Wochen andauern.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Cannabis kann die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen. Dazu gehören unter anderem beruhigende Mittel, Schlafmedikamente, einige Antidepressiva oder Schmerzmittel. Die Kombination kann zu verstärkter Sedierung oder einer veränderten Medikamentenwirkung führen.
  • Paradoxe Reaktionen: In seltenen Fällen reagieren Menschen unerwartet: Sie werden trotz Konsum eher unruhig, nervös oder verspüren Herzklopfen. Das tritt besonders häufig bei hohen THC-Dosen oder empfindlichen Personen auf.
Wichtig
  • Wichtig

  • Experten und Expertinnen empfehlen, den Einsatz von Cannabis bei Schlafstörungen immer ärztlich zu begleiten. So lassen sich Nutzen und mögliche Risiken besser einschätzen, die passende Dosierung finden und Anzeichen eines problematischen Konsums frühzeitig erkennen.

Wie viel und welches Cannabis sollte ich einnehmen, um gut schlafen zu können?

Es gibt keine allgemeingültige Dosierungsempfehlung für Cannabis bei Schlafproblemen. In Studien beginnt man meist mit sehr niedrigen Mengen und steigert schrittweise, bis eine Wirkung eintritt oder Nebenwirkungen auftreten. Viele Patienten berichten, dass Indica-dominante Sorten beruhigender wirken, während Sativa-dominante Sorten eher aktivierend sein können.
Auch die Form der Einnahme beeinflusst die Wirkung:
  • Inhalation (Rauchen oder Vaporisieren): schneller Wirkungseintritt, geeignet bei akuten Einschlafproblemen
  • Öle, Kapseln oder Extrakte: langsamer Wirkungseintritt, längere Wirkungsdauer, gute Dosierbarkeit
Die Auswahl von Sorte, Verhältnis von THC zu CBD und die konkrete Dosierung müssen individuell angepasst werden. Ärztliche Begleitung ist wichtig, um eine gute schlaffördernde Wirkung zu erreichen und Nebenwirkungen zu vermeiden.
Wusstest du, dass erst die Kombination aus Cannabinoiden (THC, CBD usw.) und Terpenen den Gesamteffekt einer Sorte bestimmt? Zwei Blüten mit gleichem THC-Gehalt können völlig unterschiedliche Wirkungen haben, wenn ihre Terpenprofile variieren. Für schlaffördernde Zwecke wählen viele Patienten Sorten mit hohem Myrcen- oder Linalool-Anteil, da diese als besonders beruhigend empfunden werden.
Blog
  • Aufruf

  • Wir glauben, dass echte Erfahrungen genauso wertvoll sind wie wissenschaftliche Daten. Wenn du persönlich erlebt hast, wie Cannabis bei Schlafstörungen wirkt – ob positiv oder mit unerwarteten Herausforderungen.Vielleicht hast du herausgefunden, welche Sorten oder Terpenprofile dir geholfen haben, oder welche Hürden du auf dem Weg gefunden hast. Solche Geschichten, zum Beispiel in Form eines Blogtextes, eröffnen neue Perspektiven und helfen Betroffenen, sich besser zurechtzufinden. Wenn du deine Erfahrungen teilen möchtest, melde dich gern bei uns. Wir freuen uns über jeden Beitrag.

FAQ

Viele Menschen berichten, dass Indica-dominante Sorten mit beruhigenden Terpenen wie Myrcen oder Linalool besonders schlaffördernd wirken. Entscheidend ist jedoch das individuelle Cannabinoid- und Terpenprofil.

Bei flowzz findest du eine Datenbank mit allen aktuell verfügbaren medizinischen Cannabissorten. Dort kannst du gezielt nach Blüten oder Extrakten filtern – und sogar das Terpenprofil vergleichen. Das kann dir helfen, passende Cannabissorten für Schlafstörungen einzugrenzen. Natürlich solltest du die endgültige Auswahl und Dosierung immer gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen.


Wusstest du, dass du bei flowzz nicht nur als klassische „High-THC“-Sorten findest, sondern auch als zahlreiche sogenannte balanced-Produkte – also Blüten und Extrakte, bei denen THC und CBD in einem ausgewogeneren Verhältnis vorliegen.

Balanced-Sorten werden oft besser vertragen, da CBD einige der unerwünschten Effekte von THC abmildern kann. Gleichzeitig ermöglichen sie eine sanftere, kontrollierbare Wirkung, was sie für viele Menschen mit Schlafstörungen interessant macht.

Hier findest du alle balanced-Extrakte auf einen Blick.

Medizinisches Cannabis kann verschrieben werden, wenn andere Therapien nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Ärztinnen und Ärzte prüfen dabei individuell, ob eine Behandlung mit Cannabis medizinisch sinnvoll ist. Mehr Informationen findest du auf unserer Seite Cannabis auf Rezept.

Indica-Sorten werden häufig als entspannender und körperlich beruhigend beschrieben, während Sativa-Sorten eher aktivierend wirken können. Für den Schlaf wählen viele daher Sorten mit einem eher indica-typischen, sedierenden Terpenprofil.

Du hast noch Fragen? Kein Problem! Dann schick uns einfach eine E-Mail an info@flowzz.eu.

Quellen


[1] Cannabinoids and Sleep: Exploring Biological Mechanisms“ von D’Angelo u. a., 2024 — „The endocannabinoid system (ECS) plays a pivotal role in regulating numerous biological functions, spanning neurodevelopment, cognition, mood, sleep, appetite

[2] Vandrey R., Smith M. T., McCann U. D., Budney A. J., Curran E. M. „Sleep disturbance and the effects of extended-release zolpidem during cannabis withdrawal.“ Drug and Alcohol Dependence. 2011;117(1):38-44. doi:10.1016/j.drugalcdep.2011.01.003.

[3] Ried, K., Tamanna, T., Matthews, S., & Sali, A. (2022). Medicinal cannabis improves sleep in adults with insomnia: A randomised double-blind placebo-controlled crossover study. Journal of Clinical Sleep Medicine. Advance online publication.

[4] Santos da Silva, G. H., Barbosa, E. C., Ribeiro de Lima, F., Barroso, D. C., Paez, L. E. F. E., Guimarães, F. B. de M., Lança, S. B., Ceolin de Faria, S. B., Petrucci, A. B. C., Garbacka, A., & Walsh, J. H. (2025). Effectiveness of cannabinoids on subjective sleep quality in people with and without insomnia or poor sleep: A systematic review and meta-analysis of randomised studies. Sleep Medicine Reviews, 84, 102156.

[5] Suraev, A. S., Marshall, N. S., Vandrey, R., McCartney, D., Benson, M. J., McGregor, I. S., Grunstein, R. R., & Hoyos, C. M. (2020). Cannabinoid therapies in the management of sleep disorders: A systematic review of preclinical and clinical studies.

[6] Stith, S. S., Vigil, J. M., Brockelman, F., Keeling, K., & Hall, B. (2019). The association between cannabis product characteristics and symptom relief. Scientific Reports, 9(1), 2712. https://doi.org/10.1038/s41598-019-39462-1.

[7] Cannabis, Cannabinoids, and Sleep: a Review of the Literature von Babson et al. (2017)
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