Das Terpen Myrcen (Beta-Myrcen)

Cannabisblüten vereinen Hunderte aromatische und bioaktive Verbindungen, die gemeinsam für ihr einzigartiges Duft- und Wirkungsprofil sorgen. Eines dieser besonderen Moleküle ist Beta-Myrcen. Es verleiht vielen Sorten ihr erdig-warmes, leicht würziges Aroma und ist maßgeblich für das tiefe Gefühl der Entspannung und Ruhe verantwortlich, das manche Cannabisvarianten auszeichnet.
Cannabisblüten mit Myrcen

Vorkommen

Myrcen bzw. Beta-Myrcen genannt – ist eines der am häufigsten vorkommenden Terpene in der Natur. Es handelt sich um ein Monoterpen, das in zahlreichen Pflanzen zu finden ist, darunter Mango, Hopfen, Thymian, Basilikum und Zitronengras.

Auch im Cannabis gehört Myrcen zu den Hauptbestandteilen des natürlichen Terpenprofils und kann dort je nach Sorte bis zu 65 % des gesamten Terpengehalts ausmachen. Besonders Indica-dominante Sorten weisen häufig einen hohen Myrcenanteil auf, was auch mit ihren typischen, entspannenden Effekten in Verbindung gebracht wird.

Wirkung von Myrcen

Myrcen ist bekannt für seine beruhigende und entspannende Wirkung. Es wird oft mit einem „stoning“ oder „couch-lock“-Gefühl assoziiert und kann dabei helfen, Stress und innere Unruhe zu reduzieren. Studien und Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass Myrcen sedativ wirkt und somit bei Schlafproblemen oder zur allgemeinen Entspannung am Abend hilfreich sein kann.

Cannabis mit hohen Myrcen Gehalt

Geschmack von Myrcen in Cannabis

Das Aroma von Beta-Myrcen ist erdig, moschusartig und leicht würzig. Es erinnert an feuchte Erde, Kräuter und Nelken – oft mit einer subtil fruchtig-tropischen Note, wie man sie auch bei reifen Mangos wahrnehmen kann. In Cannabis verleiht Myrcen dem Duftprofil eine warme, weiche Tiefe und mildert scharfe oder stechende Noten anderer Terpene. Diese angenehme, natürliche Duftnote ist einer der Gründe, warum Myrcen auch in der Parfüm- und Aromatherapie geschätzt wird.
weitere Cannabisblüten mit Myrcen

Medizinische Vorteile & Einsatzbereiche von Beta-Myrcen

Wenn du schon einmal Cannabis konsumiert hast, kennst du die Wirkung von Myrcen wahrscheinlich bereits – auch wenn dir das vielleicht gar nicht bewusst war. Das Terpen Beta-Myrcen ist nämlich maßgeblich für das typische, „breit machende“ Gefühl vieler Cannabissorten verantwortlich.

Doch Myrcen kann mehr als nur entspannen: Studien deuten darauf hin, dass es auch verschiedene potenzielle gesundheitliche Wirkungen besitzt. Besonders spannend sind seine möglichen Einsatzbereiche bei folgenden Krankheitsbildern und Beschwerden:

Chronische Schmerzen

Myrcen zeigt in Studien schmerzlindernde (analgetische) Eigenschaften und könnte bei muskuloskelettalen oder neuropathischen Schmerzen unterstützend wirken.

Schlafstörungen und Unruhe

Durch seine sedativen und entspannenden Effekte kann Beta-Myrcen helfen, die Einschlafzeit zu verkürzen und die Schlafqualität zu verbessern – besonders in Kombination mit anderen beruhigenden Cannabinoiden.

Entzündliche Erkrankungen

Aufgrund seiner anti-inflammatorischen Wirkung wird Myrcen als potenzieller Begleitstoff bei Erkrankungen wie Arthritis, rheumatischen Beschwerden oder Entzündungen im Gewebe untersucht.

Stress und Angstzustände

Das Terpen wirkt beruhigend auf das zentrale Nervensystem und kann so zur Reduktion von Stress und Angstgefühlen beitragen.

Myrcen – ein Terpen mit antibakteriellem Potenzial

Teebaumöl-Geheimnis gelüftet: Myrcen hemmt gefährliche Keime

Forschende untersuchen derzeit Terpene als mögliche Mittel gegen antibiotikaresistente Keime. Besonders Staphylococcus aureus zeigt starke Resistenz gegen gängige Antibiotika. Eine Studie der Showa Pharmaceutical University in Japan ergab, dass Myrcen antibakteriell gegen S. aureus wirkt und maßgeblich zur Wirkung von Teebaumöl (TTO) beiträgt.

Das kleine Molekül mit großer Wirkung

Warum manche Cannabis-Sorten stärker wirken könnten

In Kombination mit anderen Cannabinoiden kann Myrcen die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke erhöhen, wodurch Wirkstoffe schneller ins Gehirn gelangen – ein Grund, warum manche Sorten von Cannabis stärker wirken.

Individuell angereicherte Cannabisblüten mit Terpenen

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Johannes Hoffmann, dem Gründer der Alle Farben Apotheke. Seine Apotheke entwickelt auf ärztliche Verschreibung individuelle Terpen-Rezepturen, bei denen pharmazeutische Cannabisblüten gezielt mit natürlichen Terpenen angereichert werden.

Das Konzept stammt ursprünglich aus den USA, wo sogenannte „terpene-infused flowers“ bereits fest im medizinischen Alltag etabliert sind. Ziel ist es, den therapeutischen Effekt von Cannabisblüten zu optimieren und gleichzeitig reproduzierbar zu machen – durch individuell abgestimmte Terpenmischungen, die exakt auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zugeschnitten sind.
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Beta-Myrcen in Cannabis

Beta-Myrcen zählt laut Studien zu den häufigsten Terpenen in Cannabis und prägt insbesondere das Wirkprofil vieler klassischer Indica-Sorten. In höheren Konzentrationen von über 0,5 % entfaltet es eine deutlich sedierende und muskelentspannende Wirkung, was erklärt, warum es vor allem in Indica-Blüten vermehrt vorkommt und zum verbreiteten Eindruck beiträgt, diese wirkten grundsätzlich beruhigender als Sativa-Varietäten. (1-3)

Darüber hinaus besitzt Beta-Myrcen ausgeprägte schmerzlindernde Eigenschaften, die auf eine alpha2-adrenerge Aktivierung sowie die endogene Ausschüttung von Opioiden zurückgeführt werden. (4) Damit nimmt es eine Schlüsselrolle unter den Cannabis-Terpenen ein – als aromatischer Wirkstoff, der gleichermaßen Entspannung, körperliche Erleichterung und innere Ruhe fördert.

Beta-Myrcen in Cannabis – das sagen weitere Studien

Myrcen zeigt in Tiermodellen / präklinischen Studien schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkungen. So wurde z. B. bei Ratten mit Arthritis durch Myrcen die Gelenkschwellung und der Schmerz reduziert. In einem Mausmodell für neuropathischen Schmerz wurde beobachtet, dass Myrcen „anti-allodynisch“ wirkt und Beteiligung von CB1-Cannabinoid-Rezeptoren nahelegt. Myrcen könnte über mehrere Signalwege wirken – z. B. über Opioidrezeptoren (Naloxon-Blockade in manchen Studien) sowie über Hemmung von Entzündungsmediatoren wie Prostaglandin E₂ oder COX-2. (5)

FAQ

Viele Cannabissorten enthalten das Terpen Myrcen, doch einige zeichnen sich durch besonders hohe Konzentrationen aus. Hier findest du eine Auswahl beliebter Sorten, die für ihren hohen Myrcengehalt bekannt sind:

White Widow: Diese legendäre Hybridsorte wurde ursprünglich in den Niederlanden gezüchtet (Dutch Passion). Ihre dichten, harzüberzogenen Blüten und das kräftige Aroma machen sie weltweit zu einem Klassiker.

Critical Kush: Ein kräftiger Indica-Hybrid, gezüchtet aus Critical Mass (Advanced Seeds) und OG Kush (Royal Queen Seeds). Critical Kush (Barney’s Farm) ist bekannt für seine starke Wirkung und den tief entspannenden Effekt.

ACDC: Eine außergewöhnliche Hybridsorte mit einem besonders hohen CBD-Gehalt und nur etwa 1 % THC. Sie wird häufig wegen ihrer ausgleichenden und klaren Wirkung geschätzt.

Kosher Tangie: Diese Kreuzung aus Kosher Kush und Tangie reg. (DNA Genetics) überzeugt mit einem intensiven Zitrusduft und einem leichten Skunk-Unterton – typisch für Sorten mit viel Myrcen.

Grape Ape: Eine tiefviolette Indica-Sorte mit intensivem, traubenähnlichem Aroma. Sie ist besonders beliebt wegen ihres beruhigenden Effekts und ihres charakteristischen Duftprofils.

Ja. Myrcen ist ein natürlich vorkommender Pflanzenstoff und in Reinform nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt. Es wird in der Aromatherapie, in Lebensmitteln, Kosmetik und in der medizinischen Cannabistherapie eingesetzt.

Beta-Myrcen ist die natürliche Isomerform von Myrcen – der Begriff „Myrcen“ wird im Alltag meist synonym verwendet. In der wissenschaftlichen Literatur ist Beta-Myrcen (β-Myrcen) der korrekte chemische Name.

Myrcen wird mit entspannenden, schmerzlindernden und entzündungshemmenden Effekten in Verbindung gebracht. Es kann die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke erhöhen und dadurch möglicherweise die Wirkung anderer Wirkstoffe, etwa von Cannabinoiden wie THC, verstärken.

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Quellen

  1. Hanuš LO, Hod Y. Terpenes/Terpenoids in Cannabis: Are They Important? Med Cannabis Cannabinoids. 2020 Aug 10;3(1):25-60. doi: 10.1159/000509733
  2. Rao V.S.N., Menezes A.M.S., Viana G.S.B. Effect of myrcene on nociception in mice. J. Pharm. Pharmacol. 1990;42:877–878. doi: 10.1111/j.2042-7158.1990.tb07046.
  3. Komiya, M. et al. Lemon oil vapor causes an anti-stress effect via modulating the 5-HT and DA activities in mice. Behavioural Brain Research. https://doi.org/10.1016/j.bbr.2006.05.006 (2006)
  4. De Moraes Pultrini, A. et al. Anxiolytic and sedative effects of extracts and essential oil from Citrus aurantium L. Biological & Pharmaceutical Bulletin, 25(12), 1629–1633. https://doi.org/10.1248/BPB.25.1629 (2002).
  5. National Library of Medicine. (n.d.). Myrcene: A comprehensive review of its pharmacology and toxicology. PMC8326332. In PubMed Central. Verfügbar unter https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8326332/
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