Terpologie®, Terpen-Blüten und die große Chance für die medizinische Cannabistherapie.


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Die Frage welche Stoffe in der Cannabisblüte es sind, die für die vielfältigen Wirkungen, die Cannabis einschlagen kann, verantwortlich sind, ist faszinierend. Spoiler-Warnung: Die bekanntesten Cannabinoide im Cannabis - THC und CBD - sind zwar wichtig für die Wirkung im Allgemeinen, machen aber nicht den Unterschied aus. Doch was macht nun den Unterschied aus und ist verantwortlich für z.B. schmerzlindernde, schlaffördernde oder angstlösende Effekte? Es sind vor allem die Terpene.
Der Begriff Terpologie® bezeichnet die Wissenschaft hinter den Wirkungen und Effekten von Terpenen auf den menschlichen Organismus. In den USA ist Dr. Ethan Russo einer der frühen Pioniere des Bereichs, der in den USA Terpology® genannt wird.

Terpene sind ein Überbegriff für eine Stoffklasse von chemischen Verbindungen, die in Pflanzen jeder Art vorkommen. Sie sind für den charakteristischen Geruch und Geschmack diverser Pflanzen verantwortlich. Mit der Kombination von uns bekannten Terpenen lässt sich fast jeder Geruch erzeugen. In der Cannabisblüte kommen Terpene in einzigartig hoher Konzentration vor, weshalb das Thema Cannabis und Terpene sehr häufig zusammen aufkommt.
Es kommt beispielsweise auf beim sogenannten Entourage-Effekt, bei dem Terpene die Wirkweise von THC und CBD im Organismus beeinflussen. Doch Terpene haben auch eine Wirkung unabhänig von Cannabinoiden und das ist wirklich nichts Neues.

Das Feld der Aromatherapie arbeitet mit ätherischen Ölen, die per Inhalation unterschiedliche Wirkungen auf den Organismus haben sollen, wie z.B. Lavendel zur Beruhigung oder Pfefferminzöl gegen Kopfschmerzen. Ätherische Öle sind ölige, leicht verdampfende Extrakte aus Pflanzen oder Pflanzenteilen, die einen starken, für die Herkunftspflanze charakteristischen Geruch haben und häufig einen hohen Terpengehalt aufweisen.
Somit könnte man sagen, Cannabis ist eine moderne Aromatherapie 2.0. Doch wird der Begriff Aromatherapie dem Thema nicht ganz gerecht. Während man bei der Aromatherapie die ätherischen Öle nur in Räumen sparsam verteilt und sich verflüchtigen lässt, werden die Terpene bei der Cannabistherapie direkt inhalativ aufgenommen, haben dadurch eine hohe Bioverfügbarkeit und damit einen stärkeren Effekt auf den Körper. Cannabiskonsumenten merken diese vielfältigen Wirkungen und Unterschiede. Findet man „Die Richtige“ Blüte mit richtiger Terpendichte und der richtigen Terpenverteilung ist das Gold wert. Doch können sich die Faktoren von Charge zu Charge ändern oder ein Großhändler beschließt die Blüte ganz aus dem Sortiment zu nehmen.

Apotheken und Großhändler geben nur wenige Informationen über eine Blüte heraus, meist die relative Verteilung von nur vier Haupt-Terpenen und manchmal eine Terpen-Dichte. Ärzte versuchen, Blüten zu verschreiben, mit denen bereits andere Patienten gute Erfahrungen gemacht haben. Therapeutische Entscheidungsfindung wird von „Try and Error“ geprägt. Großhändler versuchen durch immer schmackhafter klingende Namen, das Interesse von Arzt und Patient zu wecken. Die Frage, warum etwas wirkt und wie es wirkt, um eine Therapie zu objektivieren, stellt sich niemand.

Ein neues Konzept mit überaus erstaunlichen Erfolgen macht Hoffnung und wird wohl die Cannabistherapie, wie wir sie kennen, verändern. Die Rede ist von Terpen-modulierter Blütentherapie. Doch wie funktioniert das genau und warum funktioniert es?
Johannes Hoffmann ist Gründer der Alle Farben Apotheke und stellt seit Anfang des Jahres auf ärztliche Verschreibung individuelle Terpen-Rezepturen her, bei denen pharmazeutische medizinische Blüten auf natürliche Weise wieder Terpene zugeführt werden. Das Konzept habe er in den USA kennengelernt, wo terpene-infused „Joints“ oder „Flowers“ schon lange aus den Dispensaries nicht mehr wegzudenken sind.

Aus politischen Gründen könne man dort jedoch keine groß angelegten Studien durchführen, obwohl ein Großteil auf die sog. „terpen-enhanced flowers“ schwört. Rein medizinisch mache es Sinn, sagt Hoffmann, denn besonders pharmazeutische medizinische Blüten verlieren viele Terpene im Zuge der Lagerung. Dabei kann man als Therapeut per Individualrezeptur unterschiedliche rein natürliche Terpenmischungen den Blüten hinzufügen. Dabei soll jede dieser Terpen-Mischungen kombiniert mit einer Blüte für einen anderen Zweck gut sein. Unterschiedliche Ärzte bedienen sich bereits dieser Methode und sammeln Erfahrung. Diese seien teilweise geradezu erstaunlich.
Ärzte und Patienten haben mit dieser Methode nun die Möglichkeit, eine bessere, objektivere und vor allem reproduzierbare Therapie zu erhalten. Deutschland könnte in diesem Bereich eine Vorreiter-Rolle einnehmen.
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